*** Unsere Reiseberichte aus Myanmar & Nordthailand ***

31.10. - 21.11.2008



Nach wieder mal ca. 24-stuendiger Anreise (Fluege Muenchen - Bangkok - Chiang Mai) sind wir ziemlich schlapp im Norden Thailands angekommen. Die ersten beiden Tage widmeten wir den unzaehligen Wats (Tempelanlagen), den nicht enden wollenden bunten Maerkten und zur Belohnung gibts abends natuerlich leckere Meeresfruechte und das von uns so schwer vermisste BEER CHANG! Nicht zu vergessen, entspannende Massage nach all dem "Stress"!

Nun versuchten wir, unsere Weiterreise nach Burma/Myanmar zu organisieren. Gar nicht einfach ...

Da wir Chiang Mai zum zweiten Mal besuchten, beschraenkten wir uns dann auf den Wat Doi Suthep und das Old Chiang Mai Cultural Center mit den Angehoerigen verschiedener Bergstaemme (u.A. den sog. 'Langhalsfrauen'). Ein Ausflug fuehrte uns ins Goldene Dreieck, wo Thailand, Laos und Burma/Myanmar aufeinandertreffen.

Auf der Rueckfahrt nach Chiang Mai war unser Fahrer so muede, dass Guenter das Steuer uebernehmen musste ... Da die direkte Weiterreise nach Burma vom Norden Thailans weder auf dem Landweg, noch per Flug moeglich war, mussten wir zurueck nach Bangkok fliegen, von dort aus weiter nach Yangoon, der Hauptstadt Burmas (fuer unsere CO2-Suenden werden wir wohl einen Wald pflanzen muessen).

Unser erster Eindruck dieses suedostasiatischen Landes: Burma ist ... anders ...

Mingalaba - so wurden wir nach umfangreicher Ueberpruefung unserer Visa am Flughafen in Yangoon freundlich begruesst!

Was genau uns hier in diesem unbekannten Land erwartete, wussten wir bis Dato auch nicht so recht. Nach schwieriger Unterkunftssuche machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Durch das naechtliche, chaotische Verkehrsgedraenge auf/entlang der geschaeftigen Hauptverkehrsstrasse zwischen allem, was irgendwie (meistens ohne Licht und hoffnungslos ueberladen) fahrbar ist.

Die Haelfte der Einheimischen hier stammen ueberraschenderweise aus Indien. Wir irrten durch Chinatown auf der Suche nach 'schmackhaften Abendessen'. Ausser der goldglaenzenden und erhabenen Shwegadon-Pagode und chaotischem Dasein in allen Ecken konnten wir Yangoon nicht viel abgewinnen.

Reisen in Myanmar ist wg. der zum grossen Teil fehlenden touristischen Infrastruktur fuer Individualreisende nicht einfach, deshalb entschieden wir uns, fuer die beiden Wochen ein Taxi mit Guide und Fahrer zu nehmen.

Froh, die Hauptstadt Burmas hinter uns lassen zu koennen, gings im klapprigen Gefaehrt (ohne Klimaanlage) Richtung Inle Lake. Es ist beeindruckend, wie lange man fuer ein paar Kilometer benoetigen kann! Die Fahrt aber war GIGANTISCH (ca. 700 km - ca. 22 h Fahrzeit in 2 Tagen): pfluegende Wasserbueffel in glaenzenden Reisfeldern, exotisch aussehende Burmesen in ihren Longyis (eine Art Rock fuer Maenner), Pferdegespanne aus dem dem letzten Jahrtausend, bethelnusskauende neugierig und freundlich dreinblickende Leute, in brauner Bruehe waschende Frauen mit bemalten Gesichtern, Stelzenhaeuser, UND UND UND ...

Nach zweitaegiger Fahrt bezogen wir unser Quartier in Nyaungshwe beim Inle See. Hier hatten wir eine super Tour. Per Boot gings ueber den Inle-See, wo wir von den "Einbeinruderern" begeistert waren. Auf schmalen Booten balancierend, schlingen sie einen Fuss um das Ruder und bewegen es im Stehen, damit die Hand zum Fischen freibleibt. Zahlreiche Haendler bieten auf dem "Schwimmenden Markt" ihre Waren (auch Souvenirs) aus ihren kleinen Booten zum Verkauf an.

Ebenfalls interessant sind die Stelzenhaeuser, in denen die Leute direkt ueber dem Wasser wohnen, sogar einige Staelle mit vollgefressenen Schweinen sind diesen Stelzenhaeusern angeschlossen. Beim bunten Markt von Indein konnten wir auch ein grosses Pagodenfeld mit zahlreichen Stupas besichtigen.

Am naechsten Tag machten wir mit einem einheimischen Guide eine Trekkingtour, wo wir auf tolle Landschaften, bekannte Fruechte, Pagoden, Hoehlentempel und interessante Bergdoerfer trafen. Bei einer Tasse Tee in einer Bauernhuette erlaueterten sie uns die Herstellung von Bergzigaretten. Abends besuchten wir das Heissluftballon-Fest in Taunggyi. Tausende Besucher saeumten die "Festmeile" und wir mittendrin ...

Weiter gings in ca. 12 h (holper-holper) nach Mandalay!

Wir dachten, unsere bisherigen Fahrten waeren nicht zu toppen, aber: die Strecke vom Inle Lake nach Mandalay war nochmals um einige Klassen unwegsamer! Kaum ein zurueckgelegter km hat den Name 'Strasse' verdient, nur etwa die Haelfte ist asphaltiert, der Rest besteht aus Kieswegen und unbefestigten Staub- und Schlaglochwegen! Aber auch hier konnten wir waehrend der Fahrt wunderschoene Landschaften bewundern. Unsere Karre wand sich stotternd zwischen Bergen und Schluchten hindurch, vorbei an huebschen Hoehenzuegen und tiefen, fruchtbaren Taelern. Wir sahen das einfache Leben der Bewohner, die mit viel Einsatz jeden nutzbaren qm bewirtschaften. Unterwegs besichtigten wir die beruehmten Kalksteinhoehlen in Pindaya mit einer Vielzahl von Buddhastatuen.

In Mandalay hatte unser Guide fuer uns wieder straffes Programm vorgesehen! Wir besuchten die beiden Koenigsstaetten Amapura und Ava, welche von birmanischen Koenigen prunkvoll errichtet wurden. Besonders interessant sind in Mandalay die traditionellen Kunsthandwerker-Familien. Wir suchten eine 'Goldblaettchenschlaegerei' auf, in der die Goldplaettchen stundenlang von Hand (unzaehlige schwere Hammerschlaege auf hauchduenne Goldplaettchen) bearbeitet werden.

Der Koenigspalast war fuer uns nicht wirklich beeindruckend, da der urspr. Palast 1945 bei einem Gefecht abgebrannt war und heute nur noch der ueberwiegend durch Zwangsarbeit rekonstruierte Palast zu sehen ist.

Auf dem Mandalay Hill genossen wir bei Sonnenuntergang den faszinierenden Panoramablick in alle Richtungen.

Ebenso besichtigten wir die U-Bein-Bruecke, mit 1,2 km die laengste Teakholz-Bruecke der Welt. Sie wurde von vielen Bettlern, Invaliden und Lepra-Kranken gesaeumt, welche hoffnungsvoll auf unsere kleinen Geldscheine warteten.

Morgens waren wir im bekannten Mahagandhayon-Kloster, wo taeglich um 10.15 Uhr hunderte von Moenchen (z. T. bis zu 3.500) geduldig und demuetig auf das Befuellen ihrer Almosenschale warteten (umlagert von dutzenden photografierenden Touris).

Bei einem Ausflug per Boot besuchten wir dann Mingur mit der einst gewaltigsten Pagode aller Zeiten. Hier wurden wir von einer Schar von Souvenirverkaeuferinnen erst Mal so richtig belagert!

Unser Guide, Tin Htuen, ist mittlerweile auch aufgetaut und muss mit uns einiges mitmachen, was er bisher sicher nicht gewoehnt war! Durch ihn lernten wir viele burmesische 'Lokale' und Speisen kennen, welche wir von uns aus mit Sicherheit niemals aufgesucht haetten! Unser Hauptnahrungsmittel beschraenkt sich derzeit zumeist auf Reis und Bier, da der Anblick/Geruch vieler burmesischer Spezialitaeten fuer uns nicht wirklich lekker scheint ...

Nach drei tollen, wenn auch recht stressigen Tagen gings weiter nach Bagan, DEM Hoehepunkt jeder Myanmar-Reise!


Die Weiterfahrt nach Bagan war teilweise recht bedrueckend. Die Menschen in der Trockenzone mit savannenaehnlichem Charakter sind zum grossen Teil sehr arm. Viele Kinder und aeltere Leute standen am "Strassen"-rand und bettelten verzweifelt um ein bisschen Geld.

Der Besuch Bagans zaehlt zweifelsohne zum Hoehepunkt einer Myanmar-Reise. Hier trifft man auf 2230 beeindruckende Tempel, Stupas, Klosteranlagen und andere Gebaeude.

Wir besichtigten einige Bauten, diese hier alle namentlich aufzuzaehlen, sparen wir uns ...

Am imposantesten waren die Bauwerke bei Sonnenuntergang, wir kamen uns vor, als lebten wir in einer lange vergangenen Zeit!

Eine Halbtagestour fuehrte uns zum Mt. Popa. Nach dem Erklimmen etlicher schmaler und klebriger, uebel riechender Stufen (das ganze natuerlich barfuss) bot sich uns eine tolle Aussicht auf die Bergkulisse und das Flachland. Entlang dem Aufstieg tummelten sich freche, teilweise auch aggressive Affen, auf der Suche nach Essbarem in den Taschen der Besucher.

Weiter ging unsere Reise in 2 Tagen (NUR im Auto gesessen) zurueck in die Hauptstadt, Yangoon. Fuer uns war es nicht immer einfach von einem bemutternden, fuersorglichen, vorsorglichen Guide begleitet zu sein ...

Im Kontrast zu unserer 12-taegigen Burma-Rundreise sassen wir anschliessend in der Hauptstadt Yangoon, in einem klimatisierten Business-Hotel und versuchten, ueber die zahlreichen Erlebnisse der vergangenen Tage ein Resumee zu ziehen ...

In der Hoffnung auf einen demokratischen Wandel versuchen die Menschen hier in diesem Entwicklungsland, ihre taegliche Arbeit unter teilweise unmenschichen, harten Bedingungen (beispielsweise im Strassenbau) zu meistern. Meistens wurde uns zurueckhaltende Freundlichkeit entgegengebracht.

Trotz kritischer, unterschiedlicher Ansichten/Bedenken sollte man unserer Meinung nach dieses Land besuchen, da sehr viele Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus leben.

Natuerlich verdient das Regime an jeder Reise mit, dennoch schoepfen die Einheimischen durch die auslaendischen (derzeit sehr wenigen) Besucher Hoffnung auf eine bessere, freiere Zukunft.

Die zum groessten Teil auf unseren Bildern zu sehende 'Idylle', beispielsweise mit Reis vollbepackter Ochsenkarren im gruenen Reisfeld, ist hier keine Touristenattraktion, sondern harter Arbeitsalltag, um ueberleben zu koennen.

Fuer uns war diese Reise ein sehr anspruchsvoller, interessanter Trip mit vielen bleibenden Eindruecken!

Und hier ein paar Bilder aus Myanmar