*** Unsere Reiseberichte aus Chile ***
mit Abstecher Argentinien
28.06. - 31.07.2004

Datum: 20.07.04
Die ersten Tage in Lateinamerika durchstreiften wir Santiago de Chile mit seinen imposanten Kolonialbauten. Unsere Aufmerksamkeit galt u.A. dem Fischmarkt Mercado Central, wo wir frische, leckere Meeresfruechte genossen. Mit einer Standseilbahn erklommen wir den Hausberg Santiagos. Von oben hatten wir eine gute Aussicht auf die schneebedeckte Andenkette und die Smogglocke, welche ueber der Metropole hing.
In mehreren Etappen machten wir uns in modernen Reisebussen auf gen Sueden, auf der Suche nach Schnee ... Wir fuhren groesstenteils durch Landschaften, deren besiedelte Gebiete uns an das Osteuropa der 80-er Jahre erinnerten.
Im angenehmen Ort Pucon legten wir erstmals einen mehrtaegigen Stop ein. Da es auch dort zum Skifahren leider nicht ausreichend Schnee hatte, goennten wir uns wieder mal Thermalquellen und Massage, diesmal mitten in den Bergen und machten einen Abstecher zum Vulkan Villarica.
In unserem naechsten Ziel, Puerto Varas, angekommen, tappten wir vollbepackt bei stroehmendem Regen durch's Ort, bis wir eher zufaellig bei einem Hostel mit dem freundlichen, oesterreichischen Besitzer Arvid anklopften. Hier durften wir dann dank ihm einige wunderschoene Tage erleben! Gemeinsam mit Arvid und seinem immer mueden Riesenhund Momo ging's im Gelaendewagen zum schneebedeckten Vulkan Osorno. Unseren Fussmarsch zum Eisfeld mussten wir wegen starkem Nebel leider abbrechen. Ein weiteres Ziel war der beeindruckende Park am Lago Todos los Santos mit seinen tollen Stromschnellen. Unser naechster Ausflug fuehrte aus auf die Insel Chiloè, wo wir u.A. bunte Stelzenhaeuser (Palafitos) sahen und erstaunlicherweise im letzten unwegigen Winkel auf einen Deutschen mit echtem Tante Emma-Laden stiessen! Ein starker Sturm verzoegerte unsere Faehruebersetzung zurueck zum Festland.
Da Suedchile durch deutsche Einwanderer im 19. Jahrhundert gepraegt wurde, war es fuer uns unerlaesslich, ein deutsches Siedlermuseum aufzusuchen. Der deutschsprachige Museumsbesitzer veranschaulichte uns bei einer lebendigen Fuehrung das Leben der damaligen Siedler.
Waehrend einem mehrtaegigen Abstecher nach Argentinien fanden wir im touristischen Bariloche endlich den lange herbeigesehnten Schnee. Hier konnten wir uns die Skier anschnallen! Bei unseren doch recht zahlreichen Stuerzen stellten wir dann schnell fest, dass der suedamerikaische Schnee genauso kalt ist wie der zu Hause.
Die erfreuliche Nachricht von der Geburt von Andreas' Patenkinder Tim & Leni am 16. Juli gab uns wieder mal Anlass, uns kulinarisch verwoehnen zu lassen und mit argentinischem Bier anzustossen!
Nachdem wir unseren Drang nach Schnee & Skifahren nun endlich befriedigt hatten, ging es zurueck nach Chile ...

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Datum: 13.08.2004
Zurueck in Chile, uebernachteten wir in Valdivia an der Pazifikkueste, wo wir uns ueber die fetten Seeloewen amuesierten, welche am Fischmarkt nach ihren taeglichen Happen gierten. Mit einem schon etwas aelteren Wassertaxi gelangten wir zum verschlafenen Ort Corral, dort besichtigten wir eine interessante spanische Festung.
In Valparaiso ging es in einem ueber 100 Jahre alten, wartungsarmen Schraegaufzug zu einer Anhoehe. Auf dem Weg zurueck ins altertuemliche Zentrum kamen wir vorbei an farbigen Holzhaeusern, welche dichtgedraengt uebereinander an der steilen Kueste klebten und teilweise nur noch als Fassaden bestanden.
Auf dem Weg nach Norden verbrachten wir einige schoene Tage in La Serena. Vom Cruz del Sur aus genossen wir den herrlichen Anblick der Andenkette. Ein lohnender Ausflug fuehrte uns auch per Boot ueber die recht rauhe See in ein Naturschutzgebiet, wo wir eine grosse Anzahl von Seeloewen und einige Pinguine sehen konnten. Ins esoterisch angehauchte Elqui-Tal gelangten wir nach Besichtigung einer Pisco-Herstellung (Andreas' neuer Lieblingscocktail: Traubenlikoer, Limette, Zucker und Eiweisschaum, einfach lecker!).
Unsere letzte Station in Chile war die Wuestenoase San Pedro de Atacama, ein absolutes Highlight! Diese kleine Stadt mit ihren netten Lehmziegelhaeusern ist Ausgangspunkt fuer zahlreiche Touren in die Altiplano-Hochebene und Laenderuebertritte nach Bolivien und Argentinien. Ausserdem besitzt sie ein Museum, in dem gut konservierte Ausstellungsstuecke, u.A. die Mumie mit Spitzname 'Miss Chile', gezeigt werden.
Vom Ort aus besuchten wir wunderschoene, farbige Lagunen in bis zu 4.500 m Hoehe, die teilweise sogar zugefrohren waren. Den Sonnenuntergang erlebten wir am schier endlos erscheinenden Salzsee Salar de Atacama. Am folgenden Tag waren wir in ungewoehnlichen Salzhoehlen und bei bizarren Felsstrukturen. Den Sonnenuntergang bei Vollmond genossen wir diesmal - mit Hunderten anderen Touris - von einer riessigen Sandduene aus (werden wohl langsam zu Romantikern ?!). Und schon wieder bei Sonne - diesmal Aufgang - waren wir ueberwaeltigt von den aktiven Tatio-Geysieren (4.500 m), fuer die wir uns schliesslich bei Schweinekaelte bereits vor 4.00 Uhr aus den Federn gequaelt hatten. Belohnt wurden die Tapferen (Guenne), die es schafften, bei dieser Kaelte ihre Kleider auszuziehen, mit einem Bad im natuerlichen Thermalbecken der Geysiere. Bei diesen herrlichen Ausfluegen um San Pedro de Atacama sahen wir dann unsere ersten - lange herbeigesehnten - wilden Lamas.
Nach diesen tollen Eindruecken entschieden wir uns, auf dem Landweg nach Bolivien weiterzuziehen ...