*** Unsere Reiseberichte aus Bolivien ***
01.08. - 20.08.2004

Datum: 24.08.04
Wir toppten unsere Ausfluege um San Pedro de Atacama durch unsere dreitaegige Jeeptour ueber die Anden nach Bolivien. Wir bewegten uns in beschwerlicher Hoehe zwischen 4.000 und 5.000 m in atemberaubender Kulisse. Die erste Nacht im Massenlager bei MINUS 15 Grad ertrug Andrea nur dank ihrer zwei Waermflaschen (die eine mit heissem Wasser gefuellt, die andere hiess Guenter). Das Farbenspiel der Lagunen und der umliegenden Berge beeinflusst von der Sonne begeisterte uns, ebenfalls die grosse Anzahl der rosaroten Flamingos. Unsere zweite Nacht verbrachten wir in einem Salzhotel, in dem die Mauern, die Einrichtung, ja sogar die Betten aus Salz gebaut waren. Unser weiter Weg fuehrte uns ueber den gigantischen Salzsee Salar de Uyuni, wo wir auf der Isla de Pescado einen Stop einlegten, um u.A. die dort wachsenden Riessenkakteen (bis zu 18 m hoch) zu bewundern. Diese drei abenteuerlichen, wenn auch recht anstrengenden Tage werden uns sicherlich unvergesslich bleiben!
Unsere Weiterreise nach La Paz unterbrachen wir in den schoenen kolonialen Staedten Potosi und Sucre, die wir mit ihren Maerkten und Plaetzen ein paar Tage genossen. Auch durchfuhren wir zahlreiche steinzeitlich anmutende Lehmziegeldoerfer.
Die 'Kesselstadt' La Paz erreichten wir nach interessanter, mehrstuendiger Busfahrt. 800 Hoehenmeter sind es vom Zentrum der bolivianischen Hauptstadt bis zu deren Kesselrand, mit steigender Hoehe nimmt auch die Armut der Bewohner zu. La Paz scheint EIN bunter Strassenmarkt zu sein, auf dem wir viele schoene Stunden - wenn nicht sogar Tage - verbrachten. Beim Schlendern durch die Gassen wurden wir durch die zahlreichen notwendigen Verschnaufspausen an die Hoehe der Stadt (3.200 - 4.000 m) erinnert.
Bei einem Besuch in einem La Pazer Krankenhaus erfuhren wir mehr ueber die Misstaende eines Dritte-Welt-Landes, was uns sehr beschaeftigte.
Wir verliessen die Hauptstadt Richtung Titicacasee, wobei unser Bus spektakulaer schaukelnd in einer Holzfaehre uebergesetzt wurde. Unser letzter Ausflug in Bolivien fuehrte uns von Copacabana aus auf die huebsche Isla del Sol, wo wir Ruinen besichtigten und auf dem Fussweg ueber die Insel marschierten.
Wir liessen eines der aermsten Laender unserer Reise hinter uns. Eindruecke, wie im Gepaeckraum der Busse mitreisende Familien und die grosse Anzahl von schuhputzenden Kindern und bettelnden Alten und Frauen mit Kleinkindern auf der Strasse, praegen sich uns ein.
Kurioserweise dachten wir urspruenglich, das Hauptnahrungsmittel der Bolivianer bestuende aus Kartoffeln in jeglicher Form, wir gewannen aber mehr und mehr den Eindruck, dass sowohl Jung wie vor allem auch Alt sich groesstenteils den Bauch mit Eis, farbenfroher Goetterspeise und nicht zuletzt mit Lollis vollschlaegt (sofern Geld vorhanden)?!
Trotz hartem Alltag vieler Bolivianer haben sie ihren Stolz bewahrt und sie versuchen, an ihren Traditionen festzuhalten.