*** Unsere Reiseberichte aus Australien ***

18.02. - 27.04.2004

Datum: 14.03.04

Landeten zur Einstimmung am wahrscheinlich heissesten Tag des Jahres in Perth (37 Grad). Umstellung in vielerlei Hinsicht war angesagt! Fuer den Preis der ersten beiden Uebernachtungen (einfache Jugendherberge, Vierbettzimmer, Fan ohne Funktion ...) waeren wir in Asien in einem Luxusschuppen untergekommen! Auch die 'Ausser-Haus-Versorgung' ist hier um einiges teurer, sodass wir bald auf Selbstversorgung umstiegen, was nach langer Zeit auch wieder recht angenehm ist.

Bei unserer Suche nach einem geeigneten fahrbaren Untersatz stoeberten wir zwar durch Perth, unsere Blicke richteten sich jedoch groesstenteils auf die Preise der Gebrauchtwagen und nicht zu sehr auf die Sehenswuerdigkeiten der Stadt. Mit unserem weissen 'Holdi" (Holden Commodore, 3,8 l, V6 Kombi) machten wir uns nach 3 Tagen Perth auf den Weg, Westaustralien zu erkunden. Auf der Strecke der Kueste entlang (Highway 1) machten wir Halt an ungewoehnlichen, von Wind und Wasser geformten Kalksteinsaeulen, Canyons und Steilkuesten. Faszinierend war auch das Gefuehl, im Aquarium zu stehen. Es tummelten sich u. A. Delphine, Rochen, Riesenwasserschildkroeten und sogar Riffhaie mit uns auf Tuchfuehlung. Der einzige Wehmutstropfen bestand aus einer Vielzahl oberlaestiger, nervtoetender Fliegen.

Unsere Naechte verbringen wir ueberwiegend in Wohnwaegen oder in unserem 'Holdi', wo wir oftmals morgens beim Aussteigen mitleidige Blicke ernten. Machten wohl bereits so einen aermlichen Eindruck, dass eine Rasthofmitarbeiterin - als sie uns so sah - uns den morgendlichen Kaffee spendieren wollte und Angst hatte, dass wir nachts im Auto erfrieren ...

Bei unserer Fahrt durch Suedwestaustralien durch Weinbaugebiete gelangten wir zu den Waeldern, in denen die riesigen Tingle-Baeume stehen. Dort nutzten wir die Moeglichkeit, auf dem Tree-Top-Walk - einem Pfad in 40 m Hoehe - aus Vogelperspektive einen Wald zu durchwandern. Unsere Route fuehrte uns auch nach Kalgoorlie-Boulder, DIE Goldgraeberstadt, wo wir von einem Aussichtspunkt aus die gigantische Goldmine im Tagesabbau (1 LKW-Ladung = 210 t Material) bestaunten. Weiter ging es auf dem Eyre-Highway, der Verbindungsstrasse zwischen West- und Suedaustralien, mit der zwischendurch laengsten Geradeausstrecke Australiens (146,6 km SCHNURGERADE). Auf ca. 1.400 km so gut wie unbesiedelter Landschaft, war es interessanter als im Zoo! Kamele, Adler, Kaengurus und Emus kreuzten die Strasse, zum Glueck ohne Kontakt. Auf der Fahrt Richtung Osten machten wir einen Abstecher in die Region Eyre Peninsula, an deren Steilkueste wir eine grosse Seeloewenkolonie beobachteten. Durch ruhige, idyllische Kuestenorte gelangten wir nach Adelaide (bisher 7.000 zurueckgelegte km!), wo wir unseren Besuch aus Bergatreute - Karin & Hubert - erwarten, die uns die naechsten 3 Wochen begleiten werden. Wir sind gespannt ...

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Datum: 22.04.04

Nach standesgemaessem Empfang von Karin & Hubert (Torte, Luftballons und Dosenbier ...), ging es weiter Richtung Outback. Mit dem nun vollbeladenen Holdi machten wir unseren ersten grossen Stopp in Coober Pedy, einer dubiosen Opalgraeberstadt, wo sich aufgrund der Hitze das Leben zum groessten Teil unter der Erde abspielt. Unser Hauptziel im Outback, DIE australische Sehenswuerdigkeit schlechthin, den AYERS ROCK, erreichten wir Tags darauf. Der beeindruckende Riesenmonolith, der aus der Einoede des Outbacks emporragt, war - trotz der Vermarktung und der vielen, laestigen Fliegen - die recht muehsame Anfahrt wert. Auf unserem Weg zur Kueste verbrachten wir eine Nacht auf einem recht seltsamen Campingplatz mit Ufolandeplatz (!), wie diverse Zeitungsartikel und eine Ausstellung uns verrieten.

Der sog. 'Highway' Richtung Osten verengte sich auf Teilstuecken so sehr, dass wir die Strasse verlassen mussten, wenn die bis zu 50 m langen Roadtrucks entgegenkamen. An der australischen Ostkueste angekommen, verdarben uns die saisonell vorkommenden, toedlichen Quallen leider ein erfrischendes Bad im Meer. Bei unserem wunderschoenen Schnorchelausflug am Great Barrier Reef - einem 2.000 km langem Komplex aus Tausenden von Einzelriffen - war der einzige Wehrmutstropfen die etwas rauhe Ueberfahrt, die teilweise zur Uebelkeit fuehrte! Unsere Zweitagestour auf Fraser Island (groesste Sandinsel Australiens) fuehrte uns in einem Allradgefaehrt zwei Tage durch den Regenwald zu glasklaren Suesswasserseen, wo wir Zeit zum Baden fanden. Unser interessanter Trip zu viert endete in Brisbane, wo wir unsere Gaeste am Flughafen verabschiedeten!

Entlang der Goldcoast fuehrte uns unser Weg weiter gen Sueden. Ueber die Great Alpine Road erreichten wir die 'Alpen Australiens', wo wir Skigebiete (noch ohne Schnee) passierten und tolle Wanderungen im Mt. Buffalo und Grampians Nationalpark unternahmen. Wie man als Schwabe so ist, legten wir uns nach den vielen zurueckgelegten Kilometern nur runderneuerte Reifen zu, als Konsequenz daraus durfte Guenter nach nicht mal 1.000 km mitten auf der Autobahn den ersten geplatzten Reifen wechseln!

Die Suedkueste Richtung Melbourne fuhren wir entlang der Great Ocean Road, die Kuestenpanoramaroute, welche teilweise spektakulaer ins Meer stuerzt. Hier bestaunten wir u.A. die sog. '12 Apostel', einzeln aus dem Meer emporragende, hohe Felsnadeln. Nach 4 Tagen in Melbourne mussten wir leider feststellen, dass dies kein gutes Pflaster zum Autoverkauf fuer uns war. So machten wir uns die rund 1.000 km auf den Weg nach Sydney, wo wir seither mit viel Werbung versuchen, unseren tapferen Holdi an den Mann zu bringen. Fuer uns ist Sydney bisher die angenehmste Metropole unserer Reise.

Ach ja, von den rund 18.500 im Auto zurueckgelegten km fuhr auch Andrea 130, da sich Guenter beizeiten als schlechtester Beifahrer bewies!

Fuer uns schwer einzuordnen ist die Stellung der Aborigines in Australien. Wir gingen von deren geschaetzter, weit verbreiteter Kultur aus, leider aber gewannen wir mehr und mehr den Eindruck, dass die meisten Aborigines soziale Aussenseiter darstellen.